Schon früh haben die Verantwortlichen in der Michels Unternehmensgruppe erkannt, dass die Bewertung einer Rehabilitationsklinik durch Kostenträger, zuweisende Akutkliniken und Patienten vor allem von einem guten Rehabilitationsergebnis abhängt. Ziel ist, die körperlichen, geistig-kognitiven, kommunikativen und seelischen Funktionen jedes Rehabilitanden soweit wie möglich wiederherzustellen und ihn zuverlässig und nachhaltig in sein soziales Umfeld, in Beruf und Familie zu integrieren. Die an unseren Kliniken realisierten Rehabilitationskonzepte basieren auf jüngsten wissenschaftlichen Erkenntnissen, an deren Entwicklung auch Mitarbeiter der Michels Kliniken z.T. maßgeblich mitgearbeitet haben.

 


Das Neurologische Rehabilitationszentrum (NRZ) Leipzig

Univ-Prof. Dr. med. habil. Horst Hummelsheim

Univ-Prof. Dr. med. habil. Horst Hummelsheim

 

Schon vor seiner Eröffnung war beschlossen worden, dass der ärztliche Leiter des NRZ Leipzig zugleich Professor für Neurologische Rehabilitation an der Universität Leipzig sein und dieses Fach an der Medizinischen Fakultät in Forschung und Lehre vertreten sollte. Die Universität Leipzig berief zum 01.01.1999 Herrn Privatdozenten Dr. Hummelsheim auf diese Professur. Horst Hummelsheim studierte von 1976 bis 1982 Medizin an der Universität Düsseldorf und an der Rheinisch Westfälischen Technischen Hochschule Aachen. 1983 promovierte er in Düsseldorf mit der Arbeit "Untersuchungen zur funktionalen Organisation des motorischen Systems beim Menschen" zum Dr. med.. Nach einem Forschungsaufenthalt am Neurophysiologischen Institut der Universität Fribourg/Schweiz absolvierte er seine Weiterbildung zum Facharzt für Neurologie an den Universitätskliniken Düsseldorf und Köln.

 

Am 01.07.1989 wurde er leitender Oberarzt an der neu gegründeten Klinik Berlin, Abteilung für Neurologische Rehabilitation der Freien Universität Berlin, und etablierte dort ein Forschungslabor für die Motorik und motorische Rehabilitation der oberen Extremität. 1995 erhielt für seine Arbeiten auf dem Gebiet der Rehabilitation motorischer Störungen den Forschungspreis des Kuratorium ZNS und der Hannelore Kohl Stiftung. 1996 habilitierte er sich am Fachbereich Medizin der Freien Universität Berlin mit der Arbeit "Übende Verfahren in der Rehabilitation motorischer Störungen: Eine kritische Darstellung der neurophysiologischen Grundlagen" und war damit der erste Privatdozent für Neurologische Rehabilitation in Deutschland.

 

Professor Hummelsheim ist Facharzt für Neurologie und Facharzt für Physikalische und Rehabilitative Medizin. Außerdem führt er die Zusatzbezeichnungen Geriatrie, Sozialmedizin und Rehabilitationswesen. Seit seiner Ernennung zum Universitätsprofessor und zum Ärztlichen Direktor des NRZ Leipzig entstanden am NRZ 20 medizinische Doktorarbeiten und zwei Habilitationssschriften (Hartwig Woldag, Caroline Renner). Professor Hummelsheim ist regelmäßiger Gutachter für internationale Fachzeitschriften, war Mitglied mehrerer Berufungs- und Habilitationskommissionen. Er ist 1. Vorsitzender der Deutschen Gesellschaft für Neurotraumatologie und klinische Neurorehabilitation (DGNKN), Vorsitzender der Gemeinsamen Kommision der Deutschen Gesellschaft für Neurologie (DGN) und des Deutschen Verbandes für Physiotherapie (ZVK) und Mitglied der Weiterbildungskommission der DGN.


Seine wissenschaftlichen Arbeitsschwerpunkte sind seit ca. drei Jahrzehnten die Funktionsweise der menschlichen Motorik, ihre Störungen und deren Rehabilitation. Er kann dazu ca. 140 wissenschaftliche Veröffentlichungen vorweisen und hielt ca. 200 wissenschaftliche Vorträge. Seit 2010 ist Professor Hummelsheim auch Geschäftsführer der Einrichtungen der Michels Unternehmensgruppe in Sachsen.

Prof. Dr. med. habil. Hartwig Woldag

Prof. Dr. med. habil. Hartwig Woldag

 

Hartwig Woldag studierte von 1983 bis 1989 Medizin an der Universität Leipzig. Anschließend begann er seine Facharztausbildung für Neurologie an der neurologischen Universitätsklinik Leipzig, die 1996 mit der Facharztprüfung abgeschlossen wurde. 1992 arbeitete er auf einer DFG-geförderten Forschungsstelle bei Professor Reinhard Dengler an der Neurologischen Klinik der Rheinischen Friedrich-Wilhelms Universität Bonn. Schon während des Studiums interessierte sich Herr Woldag für die Neurowissenschaften und insbesondere für die Motorik.

 

Er promovierte 1992 mit dem Thema "Der Einfluß einer perinatalen Hypoxiebelastung auf die postnatale Entwicklung spontaner Kopfbewegungen des wachen, frei beweglichen Kaninchens". 1998 wechselte er als Oberarzt an das neu eröffnete NRZ Leipzig. Seither hat er sich wissenschaftlich intensiv mit Themen der motorischen Rehabilitation bei Schlaganfallpatienten beschäftigt, was in der Habilitationsschrift "Untersuchungen zu den neurophysiologischen Grundlagen übender Verfahren bei zentralen Lähmungen der oberen Extremität und Evaluation therapeutischer Strategien" mündete. Für die hohe Qualität seiner Arbeiten wurde er im Rahmen der Verleihung des Forschungspreises der Fürst Donnersmarck-Stiftung belobigt. Da er sich sowohl bereits während seiner Tätigkeit an der Universität als auch am NRZ Leipzig sehr um die studentische Ausbildung bemühte, wurde ihm die Venia legendi der Medizinischen Fakultät Leipzig verliehen. Seit 2010 ist Herr Woldag Chefarzt des NRZ Leipzig und der Neurologischen Abteilung der Sachsenklinik in Bad Lausick. Neben der Facharztbezeichnung führt er die Zusatzbezeichnungen Geriatrie, Sozialmedizin und Rehabilitationswesen.

 

Sein wissenschaftliches Interesse gilt neben den Grundlagen übender Verfahren auch der Therapie der Spastik mit Botulinumtoxin. Er kann auf zahlreiche Publikationen in peer-reviewed Journalen und in Lehrbüchern verweisen. Daneben ist er häufig eingeladener Vortragender auf wissenschaftlichen Veranstaltungen und Gutachter internationaler Fachjournale. Sein Interesse gilt auch der wissenschaftlich fundierten Weiterbildung therapeutischer Berufsgruppen. So leitet er mehrere Module des Masterstudienganges für Neurorehabilitation an der Fachhochschule für Gesundheit in Gera. 2012 wurde er zum Honorarprofessor an dieser Hochschule berufen.

Privatdozentin Dr. med. habil. Caroline Renner

Privatdozentin Dr. med. habil. Caroline Renner

 

Caroline Renner, in Hamburg geboren und aufgewachsen, studierte Medizin an der George Washington School of Medicine and Health Sciences und an der Mount Sinai School of Medicine der City University von New York. Als Howard Hughes-Stipendiatin arbeitete sie am National Institute of Mental Health in Bethesda im Labor von Dr. Steven Paul, Branch of Neuropharmacology, an einem zerebralen Ischämiemodell. Nach dem Abschluss ihres Medizinstudiums in den USA war Frau Renner 1993 und 1994 in der Allgemeinen und Neurochirurgie an der State University von New York in Buffalo tätig. Nach ihrer Rückkehr nach Deutschland arbeitete sie zunächst in der Neurochirurgischen Klinik der Universität Erlangen und an der Klinik für diagnostische Radiologie und Neuroradiologie des Zentralklinikum Augsburg. 1999 promovierte sie mit einem neuroradiologischen Thema zum Dr. med..


Frau Dr. Renner absolvierte ihre Weiterbildung zur Fachärztin für Neurologie am NRZ Leipzig und an der Klinik für Psychiatrie des Park Krankenhauses Leipzig. Seit März 2008 ist sie Oberärztin am NRZ Leipzig. Ihre wissenschaftlichen Schwerpunkte sind die zentrale Motorik, deren Störungen und Rehabilitation. Außerdem befasst sie sich mit der therapeutischen Beeinflussung von neuroendokrinen und Bewusstseinsstörungen bei Patienten nach Schädel-Hirn-Trauma. Sie baute am NRZ eine sehr wirksame wissenschaftliche Arbeitsgruppe aus Ärzten, Physio- und Ergotherapeuten auf und erhielt im Dezember 2007 in Saarbrücken für ihre Forschungsarbeiten auf dem Gebiet der Rehabilitation motorischer Störungen den Förderpreis der Deutschen Gesellschaft für Neurotraumatologie und Klinische Neurorehabilitation (DGNKN). Zahlreiche überwiegend internationale Publikationen und Einladungen zu wissenschaftlichen Vorträgen sind Ausdruck ihrer hohen Anerkennung als Rehabilitationswissenschaftlerin. Zudem ist sie regelmäßige Gutachterin für internationale Fachzeitschriften.

 

Im Frühjahr 2012 habilitierte sich Frau Dr. Renner an der Medizinischen Fakultät der Universität Leipzig mit der Arbeit "Prozessnahe Untersuchungen zum Einfluss verschiedener motorischer Übungsparameter: Ein Beitrag zu einer physiologisch begründeten Physio- und Ergotherapie bei Schlaganfallpatienten". Zugleich wurde ihr die Venia legendi für das Fach Neurologie verliehen.


Die Brandenburg Klinik

Prof. Dr. med. Michael Jöbges

Prof. Dr. med. Michael Jöbges

 

Die Brandenburg Klinik in Bernau bei Berlin ist eine Rehabilitationsklinik für Neurologie, Psychosomatik, Kardiologie und Orthopädie. Seit 2007 ist Professor Dr. Michael Jöbges ihr Ärztlicher Direktor. Er studierte Medizin an der Rheinischen Friedrich-Wilhelms Universität Bonn und am Inselspital Bern. Von 1993 bis 1999 absolvierte er die Weiterbildung zum Facharzt für Neurologie an der Neurologischen Klinik mit Klinischer Neurophysiologie der Medizinischen Hochschule Hannover. Während dieser Zeit promovierte er zu dem Thema "Neurophysiologische Testung von Ermüdung, eine vergleichende Untersuchung gesunder Versuchspersonen und eines Patientenkollektives mit mitochondrialer Myopathie" zum Dr. med.. 1999 wechselte er als Oberarzt in das Neurologische Rehabilitationszentrum Leipzig und erwarb die Zusatzbezeichnungen "Geriatrie", "Sozialmedizin" und "Rehabilitationswesen".

 

Im Rahmen seiner rehabilitationswissenschaftlichen Tätigkeit widmete er sich besonders der Rehabilitation von Patienten mit Morbus Parkinson. Für seine Arbeit zur "Therapie der posturalen Instabilität bei Patienten mit Morbus Parkinson" erhielt er 2005 den Förderpreis der Deutschen Gesellschaft für Neurotraumatologie und Klinische Neurorehabilitation (DGNKN). Seit 2006 leitet er als Chefarzt die neurologische Frührehabilitation der Brandenburgklinik. Seit 2007 ist er auch deren Ärztlicher Direktor. Im Jahr 2008 wurden die beiden neurologischen Abteilungen der Brandenburgklinik unter seiner Leitung wieder zusammengefügt.


Michael Jöbges ist seit 2008 Professor für Neurowissenschaften an der Fachhochschule für Gesundheit Gera. Außerdem gehört er als Schriftführer dem Vorstand der DGNKN an.


Wissenschaftlich beschäftigt sich Professor Jöbges neben der Rehabilitation von Parkinson-Betroffenen mit der Beeinflussung neuronaler Plastizität, u.a. durch Musik unterstützte Therapie bei Schlaganfallpatienten oder durch den Einsatz verschiedener elektrischer Stimulationsmodalitäten in der Aphasiebehandlung. Hinzu kommt ein Projekt zur Evaluation einer Gruppentherapie bei arbeitsplatzbezogenen Ängsten und Arbeitsplatzphobie.

Prof. Dr. med. habil. Tom-Alexander Konzag

Prof. Dr. med. habil. Tom-Alexander Konzag

 

Tom-Alexander Konzag studierte von 1978 bis 1984 Medizin an der Martin-Luther-Universität Halle-Wittenberg. Nach dem Abschluss des Studiums folgte eine langjährige ärztliche Tätigkeit an der Universitätsklinik für Neurologie und Psychiatrie des Universitätsklinikums Halle (Saale). 1998 erwarb er die Gebietsanerkennungen für die Fachgebiete Psychiatrie und Neurologie. Im gleichen Jahr promovierte er zur Thematik "Paardynamik bei chronisch depressiven Patienten" zum Dr. med.. Danach war Herr Professor Konzag langjährig an der Universitätsklinik für Psychosomatik der Martin-Luther-Universität Halle-Wittenberg tätig, deren Aufbau er zunächst als Oberarzt und ab 1995 als leitender Oberarzt maßgeblich mitgestaltete. 1993 erwarb er den Zusatztitel Psychotherapie, 1996 die Gebietsanerkennung als Facharzt für Psychosomatische Medizin und Psychotherapie.


Die Schwerpunkte seiner klinisch-wissenschaftlichen Tätigkeit waren die Themen Einfluss sozialer Strukturveränderungen auf Genese und Verlauf psychischer Erkrankungen, die integrative Therapie von Essstörungen sowie die Weiterentwicklung stationärer Psychotherapie bei Patienten mit Persönlichkeitsstörungen. Des Weiteren war die klinisch wissenschaftliche Tätigkeit von Herrn Professor Konzag auf die Optimierung der Behandlung von Patienten/innen mit chronischen psychischen bzw. psychosomatischen Erkrankungen ausgerichtet. Arbeitsschwerpunkte bildeten die integrative Therapie von rezidivierenden depressiven Erkrankungen, chronischen somatoformen Schmerzstörungen, Traumafolgestörungen und chronifiziertem Tinnitus. In diesem Zusammenhang entstanden zahlreiche Publikationen, die in renommierten Fachzeitschriften veröffentlicht worden.


Herr Prof. Konzag habilitierte sich 2006 mit der Habilitationsschrift "Konzeptualisierung und Evaluierung stationärer Psychotherapie bei psychisch-strukturell gestörten Patienten" an der Medizinischen Fakultät der Martin-Luther-Universität Halle-Wittenberg und erhielt gleichzeitig die Venia legendi für das Fachgebiet Psychosomatische Medizin.


Herr Professor Konzag ist seit vielen Jahren im Bereich der universitären und außeruniversitären Lehre engagiert und hat eine Vielzahl von Vorlesungen, Seminaren und Kursen der Fachgebiete Psychosomatische Medizin und Psychiatrie u.a. an der Martin-Luther-Universität Halle und an der Universitätsmedizin Berlin (Charité) durchgeführt. 2012 wurde er zum Professor an der Humanwissenschaftlichen Fakultät der Universität Potsdam berufen. Aktuell bearbeitet er vorwiegend rehabilitationsmedizinisch relevante Fragestellungen u.a. die Thematik der Nachhaltigkeit psychosomatischer Rehabilitationseffekte.


Seit 2007 ist Herr Professor Konzag Chefarzt der Abteilung Psychosomatik der Brandenburg Klinik Bernau, des Weiteren leitet er seit dieser Zeit auch das ambulante psychosomatische Nachsorgezentrum der Brandenburg Klinik in Berlin. Seit 2009 ist er auch stellvertretender ärztlicher Direktor der Brandenburg Klinik. Herr Professor Konzag verfügt über die Weiterbildungsermächtigung für die Fachgebiete Psychosomatische Medizin und Psychotherapie sowie Psychiatrie und Psychotherapie. Unter seiner fachlichen Leitung wurde das Indikationsspektrum der Abteilung erweitert und in diesem Zusammenhang die Aufnahmekapazität von 100 Betten auf 200 Betten gesteigert. Hinsichtlich der Therapiekonzeption wurden Behandlungsschwerpunkte für Patienten/innen mit depressiven Erkrankungen, Angststörungen, psychosomatischen Schmerzstörungen, Traumafolgestörungen, Tinnitus und psychogener Adipositas profiliert.