Neurologie


Beatmungsentwöhnungsstation

Ein wichtiger Therapieschwerpunkt ist unsere Beatmungsentwöhnungsstation. Hier werden schwerst betroffene Patienten mit dem primären Ziel der Entwöhnung vom Beatmungsgerät behandelt. Ergänzt wird die Behandlung durch die Möglichkeit der Therapie des Nierenversagens mittels Dialyse. Diese führen wir in unserer Klinik in Kooperation mit einem Dialysezentrum durch.

Durch die Integration eines intensivmedizinischen Therapieansatzes in die komplexe neurologische Frührehabilitation ist es möglich, synergistische Effekte zur Steigerung des therapeutischen Erfolges zu nutzen. Es stehen insgesamt 15 Plätze für Patienten, die der maschinelle Beatmung bedürfen, zur Verfügung. Zusätzlich besteht für 3 Patienten die Möglichkeit der zusätzlichen Durchführung von Dialyseverfahren.

Wir haben nicht nur im ärztlichen und pflegerischen Bereich Expertise im Bereich der Beatmung und Intensivmedizin, auch die Mitarbeiter der anderen Therapiegruppen nehmen spezifische Aufgaben wahr. Die Physiotherapie ist in das Atemtraining bzw. die Atemtherapie eingebunden, sie führt eine basale Mobilisierung und Positionierung zur Vermeidung von Komplikationen durch. In der Ergotherapie wird die Beatmungsentwöhnung durch ein individuell angepasstes Training einfacher und komplexer Handlungsabläufe (ADL) und die Verbesserung der Kompetenz der Atemhilfsmuskulatur unterstützt. Bei Patienten mit Bewusstseinsstörungen wird darüber hinaus therapeutisch Wachheit gesteigert und ein Kommunikationskanal wird etabliert. Die wichtigste Aufgabe der Logopädie ist das sogenannte Trachealkanülenmanagement. D.h. nahezu alle über lange Zeit beatmete Patienten sind mit einer Trachealkanüle versorgt. Bereits im Beatmungsentwöhnungsprozeß kann durch spezifisches Training das abtrainieren von diesem Hilfsmittel forciert werden. Eine weitere wichtige Aufgabe besteht in der Unterstützung beim wiedererlernen des Schluckvorgangs.

Die Mitarbeiter der Neuropsychologie können durch die Anwendung von Entspannungstechniken bei durch Angststörung bedingten Problemen der Beatmungsentwöhnung unterstützen. Sie setzen auch stimulierende und kompensatorische Therapien bei Wachheits- und Orientierungsproblemen. Einen großen Stellenwert hat auch die Begleitung der Angehörigen der Patienten. Im Bereich der Beatmungsentwöhnungsstation werden alle notwendigen diagnostischen (z. B. Röntgen, Endoskopie der Atemwege und des Magen-Darm-Traktes, Sonographie und Echokardiographie) und intensivmedizinischen Techniken (z. B. arterielle und zentralvenöse Zugänge, PEG-Anlage, Thoraxdrainage) vorgehalten. Die Beatmung und die Beatmungsentwöhnung erfolgen mit modernen Intensivbeatmungsgeräten.

Unser Leistungsspektrum umfasst folgende Punkte:

  • kardiopilmonales Monitoring (einschließlich invasiver Druckmessungen)
  • korrigierende und bilanzierende, infusiomatgestützte Infusionstherapie sowie kontinuierliche Medikamentenperfusion
  • kontinuierlich verfügbare Blutgasanalyse und Notfalllabor
  • intermittierende Hämodialyse
  • diagnostische Verfahren, wie konventionelles Röntgen, Sonographie (Echo, TEE, Duplexsonographie), neuropsychologische und endoskopische Diagnostik (Gastroskopie, Bonchoskopie, Tracheoskopie)
  • ZVK-Anlage
  • anästhesiologische Leitung und fachinternistische/kardiologische/fachneurologische Betreuung

 

Als Grenzen der Behandlung stellen sich folgende Punkte dar:

 

  • floride, nicht beherrschte Infektionen, Sepsis
  • kreislaufinstabile Patienten mit Katecholaminbedarf
  • akute Blutungen
  • instabiles akutes Lungenversagen 

  

Die Brandenburg Klinik verfügt über15 Intensivrespiratoren, welche ein differenziertes Beatmungs- und Weaningregime gestatten.