Indikationen


Nachstehend können Sie sich anhand des Indikationskataloges informieren, inwieweit bei Ihrer Erkrankung eine Anschlussheilbehandlung zu prüfen wäre:

 

Indikationsgruppen 1 und 2

(Krankheiten des Herzens, des Kreislaufs und der Gefäße)

  • Zustand nach akutem Herzinfarkt
  • KHK ohne akuten Herzinfarkt (nach komplikationsreichem, meist instabilem Verlauf)
  • Zustand nach koronaren Bypassoperationen
  • Zustand nach sonstigen Herzoperationen (z.B. Aneurysmektomie, ICD-Implantation)
  • Kardiomyopathien (bei komplikationsfreiem Verlauf, nach Beherrschung der Situation und bei mittelfristig stabilem Krankheitsverlauf)
  • Zustand nach entzündlichen Herzerkrankungen
  • Zustand nach Lungenembolie
  • Periphere AVK Stadium IIA und IIB nach Fonaine
  • Operationen am arteriellen Gefäßsystem
  • Zustand nach thrombotischem Syndrom im Becken- und Beinvenenbereich
  • Zustand nach Operationen am venösen System (bei kompliziertem Verlauf)

Indikationsgruppe 4

(Orthopädie, degenerativ rheumatische Krankheiten und Operationen und Unfallfolge in und an den Bewegungsorganen)

  • Wirbelsäulensydrome einschließlich Bandscheibenvorfall (radikuläres Syndrom)
  • Zustand nach Bandscheibenoperationen
  • Zustand nach endoprothetischer Versorgung des Hüftgelenkes
  • Zustand nach offen operierter komplexer Instabilität des Kapselbandapparates des Knies
  • Zustand nach endoprothetischer Versorgung des Kniegelenks
  • Zustand nach endoprothetischer Versorgung des Schultergelenks
  • Zustand nach operativer Versorgung von Rotatorenmanschettenrupturen, Schulterluxationen und chronischer Schultersteife
  • Zustand nach konservativ oder operativ versorgten Frakturen mit Gelenkbeteiligung
  • Zustand nach Amputationen großer Gliedmaßenabschnitte
  • Zustand nach stabilisierenden oder korrigierenden Operationen an der Wirbelsäule und konservativ versorgten Wirbelfrakturen
  • Zustand nach größeren Umstellungsoperationen (Osteomien)

Indikationsgruppe 9

(Neurologische Krankheiten und Zustand nach Operationen am Gehirn, Rückenmark und den peripheren Nerven)

  • Zustand nach Hirninfarkt und/oder Blutungen (Schlaganfall)
  • Zustand nach extrakraniellen oder intrakraniellen Hirngefäßoperationen
  • Zustand nach schwerer diffuser Hirnschädigung (z.B. traumatisch/hypoxisch)
  • Zustand nach Operationen von raumfordernden Prozessen
  • traumatisch neurologische Erkrankungen
  • Zustand nach Meningitis und/oder Enzephalitis
  • Polyneuropathie
  • Multiple Sklerose (Encephalomyelitis disseminata)

Bitte beachten Sie, dass für eine Anschlussheilbehandlung in der Indikationsgruppe Neurologie ausgeprägte Pflegeabhängigkeit, Stuhlinkontinenz und Verwirrtheitszustände, Demenzerkrankungen sowie ein schweres hirnorganisches Psychosyndrom Kontraindikationen sind.

Eine Rehabilitation kann jedoch in diesen Fällen in der Neurologischen Frührehabilitation (Phase B und/oder Phase C) durchgeführt werden (siehe nähere Beschreibung).

 

In der psychosomatischen Abteilung unserer Klinik werden ausschließlich Patienten im Rahmen des stationären und/oder ambulanten Rehaantragverfahrens aufgenommen und betreut. Hier ist es erforderlich, dass Patienten gemeinsam mit ihrem Hausarzt oder einem Spezialisten einen Antrag auf medizinische Rehabilitation bei der Krankenkasse oder dem Rentenversicherungsträger stellen. Entsprechende Formulare erhalten Sie in den Geschäftsstellen Ihrer Krankenkassen oder auf der Homepage Ihres Rentenversicherungsträgers.

 

Die nach erfolgter Prüfung erteilte Kostenzusage wird an die Rehaklinik weitergeleitet und der Patient erhält von der Rehaklinik Nachricht mit dem geplanten Aufnahmetermin.

 

 

Frührehabilitation Phase B und C

Diagnosenkatalog/Krankheitsbilder

  • Hirninfarkt und Hirnblutung
  • Zustand nach Operation an den extra- oder intrakraniellen hirnversorgenden Gefäßen
  • Ischämische und hämorrhagische Erkrankungen des Rückenmarks
  • Zustand nach Operationen, konservative oder Strahlenbehandlung eines Tumors des Gehirns oder Rückenmarks
  • Entzündliche Erkrankungen von Gehirn und Rückenmark einschließlich Multipler Sklerose und anderer demyelinisierender Erkrankungen
  • Degenerative, metabolische und toxisch erworbene Erkrankungen des Gehirns und des Rückenmarks
  • Angeborene oder frühkindlich erworbene Schädigungen von Hirn und/oder Rückenmark wie zum Beispiel Zerebralparese, Myelomeningozele
  • Zustand nach Schädel-Hirn-Verletzungen – auch im Rahmen von Polytramatisierungen
  • Morbus Parkinson und andere extrapyramidale Bewegungsstörungen
  • Hypoxische Hirnschädigung
  • Epileptische und nicht epileptische Anfallsleiden wie z. B. Narkolepsie
  • Zustand nach Verletzungen des Rückenmarks (die Behandlung von Patienten mit hohen Querschnittslähmungen bleibt jedoch Spezialeinrichtungen von Querschnittgelähmten vorbehalten)
  • Traumatische, entzündliche oder ansonsten erworbene Läsionen des Motoneurons, der Nervenwurzel, des Plexus oder der peripheren Nerven
  • Nichtentzündliche, z.B. toxische, metabolische, (hereditär-) degenerative (Poly-) Neuropathiesyndrome und neuromuskuläre Erkrankungen wie z. B. amyotrophe Lateralsklerose
  • Hereditäre und erworbene Myopathien
  • Spino-zerebelläre Erkrankungen
  • Neurootologische Erkrankungen
  • Syringomyelie
  • Operativ oder konservativ vorbehandelte Bandscheibenerkrankungen mit neurologischer Symptomatik
  • Chronische Schmerzsyndrome, wie z. B. chronische Kopfschmerzen und Migräne Polymyalgia rheumatica

 

In der Phase B betreut die Brandenburg Klinik Patienten, die schwerste Schädigungen des Gehirns erlitten haben, auch Patienten mit einem so genannten apallischen Syndrom (Wachkoma). Meist sind diese Patienten noch nicht kooperationsfähig und oft vollständig auf pflegerische Hilfe angewiesen. Häufig sind die Patienten mit einer Trachealkanüle versorgt, benötigen Sauerstoff und müssen über eine Magensonde ernährt werden. Zu den vorrangigen Behandlungszielen gehören in dieser Phase die Förderung der Kontaktaufnahme, der Aufbau eines Kommunikationskanals sowie die Mobilisierung in den Rollstuhl und die Verbesserung der Kooperationsfähigkeit. Weiterhin stehen begrenzt eine Anzahl an Behandlungsplätzen für Patienten mit eigenen Heimbeatmungsgeräten und CPAP-Beatmung zur Verfügung.

 

In der Phase C werden Patienten betreut, die bereits stabile Kreislaufverhältnisse haben. Die Kooperationsfähigkeit muss soweit wieder hergestellt sein, dass eine umfassende rehabilitative Therapie möglich ist. Weiterhin sind häufige ärztliche Visiten und pflegerische Hilfen erforderlich. Übergeordnete Behandlungsziele sind in dieser Phase die Rückgewinnung der Selbständigkeit bei Alltagsaktivitäten und der Wiedererwerb sozialer Kompetenzen.

 

In den o.g. Phasen können Patienten ohne Trachealkanüle aufgenommen werden, die eine Dialyse ohne Arztbegleitung benötigen. Weiterhin stehen geschlossene Stationen für Patienten mit Demenz- und Verwirrtheitszuständen zur Verfügung. Es steht eine „Aphasiestation“ für Patienten mit Sprachstörungen zu Verfügung sowie eine „Station für Menschen mit neuropsychologischen Defiziten“ für Patienten mit krankheitsbedingten Störungen von Aufmerksamkeit, Konzentration, Gedächtnis und Orientierung.


Weitere spezifische Informationen entnehmen Sie bitte den Seiten der einzelnen Indikationen.