Psychosomatik

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 








Brandenburg Klinik beteiligt sich an neuer Stiftungsprofessur für Rehabilitationswissenschaften im Land Brandenburg

Potsdam. Am 23. September 2010, 11.00 Uhr, hat ein Stifterkreis – bestehend aus vier in Brandenburg engagierten Klinikträgern und der Universität Potsdam – im Senatssaal der Universität Potsdam, Am Neuen Palais 10 – im Beisein von Gesundheitsministerin Anita Tack und der Ministerin für Wissenschaft, Forschung und Kultur des Landes Brandenburg, Martina Münch, sowie der Universitäts-Präsidentin,  Prof. Dr.-Ing. habil. Dr. phil. Sabine Kunst eine gemeinsame Kooperationsvereinbarung unterzeichnet und damit den „Forschungsverbund medizinische Rehabilitation“ ins Leben gerufen.

 

Das wesentliche Ziel der Kooperation besteht in der Förderung der patientenbezogenen klinischen Forschung auf dem Gebiet der medizinischen Rehabilitation und der forschungsbasierten Lehre. Zu diesem Zweck rufen die Stifter eine damit erstmals im Land Brandenburg bestehende Stiftungsprofessur für Rehabilitationswissenschaften ins Leben.

Während der Veranstaltung unterzeichneten folgende Vertreter des Stifterkreises den Vertrag:

  • Rudi Schäfer, COO der AHG - Allgemeine Hospitalgesellschaft AG;
  • Kai-Uwe Michels, Geschäftsführender Gesellschafter der Brandenburg Klinik Bernau-Waldsiedlung GmbH BKB & Co. KG;
  • Michael Dussle, Geschäftsführer der Reha-Fachklinik am See, Betriebsgesellschaft mbH & Co. KG, Rüdersdorf;
  • Dr. med. Dr. jur. Martin F. Siebert, Geschäftsführer der MEDIAN Kliniken, Berlin.


Die vier Klinikunternehmen Allgemeine Hospitalgesellschaft, Michels Kliniken, Klinik am See und MEDIAN Kliniken betreiben im Land Brandenburg insgesamt sieben Kliniken mit stationären Behandlungskapazitäten von mehreren tausend Betten.

Zu den Initiatoren der Kooperation gehört auch Prof. Dr. Michael Linden, Chefarzt des Rehazentrums Teltow und Geschäftsführender Sprecher des Rehabilitationswissenschaftlichen Verbundes Brandenburg-Berlin-Sachsen. Das Projekt wird intensiv durch die DRV Bund, die DRV Berlin-Brandenburg und die Krankenkassen unterstützt.

Die Kooperationsvereinbarung mit den Klinikunternehmen ist für die Universität Potsdam und für das Land Brandenburg ein Novum. Die neu geschaffene Stiftungsprofessur stellt ein in der deutschen Universitätslandschaft seltene Form des Engagements privater Kliniken für Wissenschaft und Forschung dar.

Das entstehende Forschungsnetzwerk zwischen der Universität Potsdam und den in der praktischen Rehabilitationsmedizin tätigen Klinikträgern soll auch durch personelle Vernetzung die Kooperation in Forschung und Lehre fördern; es bildet die optimale Basis, um eine qualitativ hochwertige und international anerkannte Rehabilitationsforschung zu etablieren.

Besonderes Augenmerk soll im Rahmen der geplanten Forschungsprojekte auf chronische Krankheiten gelegt werden, die in der medizinischen Rehabilitation eine dominierende Rolle spielen. Darüber hinaus zielen die Vorhaben auf eine patientenbezogene klinische Rehabilitationsforschung sowie auf die epidemiologische Versorgungsforschung. Die inzwischen weitgehend abgeschlossene Einführung von DRGs („Fallpauschalen“) in der stationären Akutversorgung hatte zur Folge, dass viele Patienten schon sehr früh aus den Krankenhäusern in rehabilitationsmedizinische Einrichtungen verlegt werden. Angesichts der wachsenden Rolle der Rehabilitationsmedizin, die immer stärker nicht nur eine die Akutmedizin begleitende sondern auch eine fortführende Rolle übernimmt, bedarf es dringend neuer Strukturen zur Förderung der Rehabilitationsforschung.

Diese Entwicklungen werden durch die demographische Alterungsdynamik noch zusätzlich beschleunigt. Daher sieht sich die Rehabilitationsmedizin mit kontinuierlich wachsenden therapeutischen, pflegerischen und diagnostischen Anforderungen konfrontiert, denen nur mit strukturierten Konzepten entsprochen werden kann. Insoweit wollen die Kooperationspartner insbesondere die Fortbildung, den wechselseitigen Austausch von Wissenschaftlern sowie die Zusammenarbeit mit anderen nationalen und internationalen wissenschaftlichen Institutionen und Strukturen fördern.

 

 

Der Text "Stiftungsprofessur für Rehabilitationswissenschaften" als pdf-Datei »

 

 

 

 

 

 

 

 

Forschungsprojekt: Die Bedeutung dissoziativer und somatoformer Symptome bei der Differentialdiagnostik von Traumafolgestörungen

(DP O. Ungerer, Priv.-Doz. Dr. med. T. A. Konzag)

 

Einzelne Symptome der dissoziativen bzw. somatoformen Störungen werden mit der malignen Verarbeitung traumatischer Erlebnisse in Verbindung gebracht, obwohl diese Erkrankungen nicht generell auf komplexe Traumatisierungen hinweisen (Michal et al. 2005). Daher wird diskutiert, ob Subgruppen dieser Patienten als Traumafolgestörungen anzusehen sind und folglich auch eine traumaspezifische psychotherapeutische Behandlung erfahren sollen.

 

Das Modell der strukturell dissoziierten Persönlichkeit (van der Hart et al. 200) bietet einen theoretischen und neurophysiologischen Rahmen, diese dissoziativen und somatoformen Symptome als Mechanismen zur Abspaltung traumatisierter Persönlichkeitsanteile zu verstehen, indem sie als modifizierte Intrusionen bzw. Konstriktionen der traumatischen Erinnerungen angesehen werden. Der Fragebogen zu dissoziativen Störungen (FDS) und der somatoforme Dissoziations Fragebogen (SDQ) gelten dabei als sensible Instrumente zur Identifikation traumaspezifischer Symptome. Obwohl hohe Scores als Ausdruck einer komplexen Traumafolgesymptomatik interpretiert werden, fehlt der empirische Beleg, dass ein relationaler Zusammenhang mit der Schwere der Traumatisierung besteht.


Ein solcher Dose-Response Effekt mit der Anzahl der verschiedenen Traumaexpositionen wurde bislang nur bei PTBS-Symptomen nachgewiesen. Folglich wurde der Summenwert von Traumachecklisten als Maß der Komplexität von Traumaerfahrungen eingesetzt. Die Studie untersucht, ob die Summe der erfassten Traumaexpositionsarten auch mit spezifischen dissoziativen und somatoformen Merkmalen korreliert und somit eine psychometrische Messung und Identifikation von Traumafolgestörungen möglich ist.