Die Behandlung von Patienten mit depressiven Störungen erfolgt auf der Grundlage eines integrativ-psychodynamischen Krankheitsverständnisses. Demnach wird bei diesen Störungen vom Vorliegen eines depressiven Grundkonfliktes zwischen Bindungswünschen und Autonomiestreben ausgegangen. Durch ungünstige biographische Einwirkungen besteht eine depressive Vulnerabilität, welche mit einer hohen Abhängigkeit von stabilisierenden äußeren bzw. inneren Objekten und Idealbildungen verflochten ist. Eine psychische Dekompensation tritt häufig nach biographischen Verlust- und Kränkungserlebnissen ein.


Generelle Therapieziele bei Patienten mit depressiven Störungen sind die Stabilisierung der Stimmungslage, eine Verbesserung des Antriebs, Abbau der emotionalen Blockierung und die Erhöhung des Selbstwertgefühls.

Der Behandlungsverlauf gliedert sich idealtypisch in eine Anfangsphase mit stützender Entlastung und Strukturierung, eine Förderung der Selbstwahrnehmung im Sinne einer Ich-Stärkung bzw. eine Aufmerksamkeitslenkung auf positive Aspekte des Selbstkonzeptes. In einer zweiten Phase werden depressiv-blockierende Erlebens- und Verhaltensmuster identifiziert und modifiziert.

 

Patienten mit depressiven Störungen werden multimodal mit Einzelpsychotherapie, psychodynamisch-interaktioneller Gruppenpsychotherapie, störungsspezifische integrative Depressionsgruppentherapie und Entspannungsverfahren der Progressiven Muskelrelaxation behandelt. Um Verinnerlichung eines positiven Körpererlebens zu fördern, werden weiterhin die konzentrative Entspannungstherapie sowie das bewegungstherapeutische Verfahren Tai Chi angewendet. Außerdem erfolgt eine Erlebnisaktivierung durch den Einsatz der Gestaltungstherapie. Ergänzend werden sporttherapeutische Therapieformen eingesetzt. Im Bedarfsfall wird das Therapieangebot durch ergotherapeutische und sozialtherapeutische Therapieformen komplettiert.