Es erfolgt eine ärztliche Aufnahmeuntersuchung mit der Erhebung der somatischen Anamnese sowie des allgemeinmedizinisch-internistischen und neurologischen Status. Bei Symptomen im Bereich des Muskel- und Skelettsystems wird außerdem ein orthopädischer Status erhoben. Auf der Basis der Befunde erfolgen dann ggf. die Verordnung weiterer somatischer Diagnostik bzw. die Verordnung von somatischen Therapiemaßnahmen und die Ausarbeitung der Verordnungen für die pflegerische Umsetzung.

 

Weiterhin findet eine psychotherapeutische Aufnahme des Patienten statt. Das psychotherapeutische Aufnahmeinventar umfasst semistrukturierte Interviews zu den Komplexen: aktuelle psychische Beeinträchtigung, psychische Eigenanamnese, soziale und berufliche Anamnese und biografische Anamnese.

 

Auf der Basis der im Interview erhaltenen Informationen und Beobachtungen wird von dem aufnehmenden Psychotherapeuten ein psychischer Aufnahmebefund erstellt in dessen Rahmen auch die psychosozialen Konflikte bzw. Probleme des Patienten analysiert und dokumentiert werden.

 

Testdiagnostisch erfolgt im Rahmen des Aufnahmeverfahrens des Weiteren bei allen Patienten die Durchführung der Symptomcheckliste SCL-90-R und des Beck-Depressions-Inventar als Selbstratingverfahren sowie des Beeinträchtigungsschwerescores und des Mini-ICF-Ratings für psychische Störungen.

 

Im Weiteren schildern die Patienten anhand eines psychodynamisch orientierten Leitfadens ihren beruflichen und familiären Lebenslauf in schriftlicher Form. Der aufnehmende Psychotherapeut ist in der Regel während der gesamten Dauer der stationären Rehabilitation der Bezugs- und Einzeltherapeut für den Patienten.

 

Außer den dargestellten Untersuchungen erfolgt bei allen Patienten eine laborchemische Standarddiagnostik.

 

Bei allen Patienten über 40 Jahre sowie Patienten mit kardialen Beschwerden bzw. Vorerkrankungen wird ein EKG abgeleitet. Im Rahmen der interdisziplinären Kooperation mit der Fachabteilung für Kardiologie der Brandenburg Klinik erfolgen im Indikationsfall weiterführende diagnostische Untersuchen wie z. B. Belastungs-EKG, Langzeit-EKG, Ultraschalldiagnostik und Spiroergometrie.

 

Alle Patienten mit Erkrankungen des Muskel-, Skelett- und Bindegewebssystems werden durch die Funktionsoberärztin gesondert fachärztlich untersucht. Gegebenenfalls erfolgen in Kooperation mit der Fachabteilung für Orthopädie der Brandenburg Klinik weitere diagnostische und therapeutische Maßnahmen.

 

Im Hinblick auf die fachspezifische Diagnostik an Patienten mit neurologischen Funktionsstörungen bzw. Ausfällen besteht eine enge interdisziplinäre Zusammenarbeit mit der Fachabteilung für Neurologie. Hinsichtlich apparativer diagnostischer Verfahren werden u. a. bei entsprechender Indikation Elektroenzephalographie, Elektromyographie und Elektroneurographie durchgeführt.

 

Außer dem testdiagnostischen Einsatz der Symptomcheckliste SCL-90-R, des Beck-Depressions-Inventars, des Beeinträchtigungsschwerescores und des Mini-ICF-Ratings für psychische Störungen wird bei vielen der Patienten als mehrdimensionales persönlichkeitsdiagnostisches Verfahren der Fragebogen zur Erfassung arbeitsbezogener Verhaltens- und Erlebensmuster (AVEM) eingesetzt.

 

Als weiteres Verfahren zur Persönlichkeitsdiagnostik werden der auf der Basis einer tiefenpsychologischen Grundorientierung strukturierte Giesentest und das Freiburger Persönlichkeitsinventar angewendet.

 

Die Prüfung der kognitiven Leistungsfähigkeit erfolgt bei entsprechender Indikation durch ein neuropsychologisches Screening. Bei Verdacht auf hirnorganisch bedingten Beeinträchtigungen wird in Zusammenarbeit mit der neurologischen Abteilung unserer Klinik eine vertiefte Testdiagnostik und ggf. Hirnleistungstraining durchgeführt.