Physikalische Therapie


Maßnahmen der physikalischen Medizin (Eisbehandlung, Hydrotherapie, Elektrotherapie, medizinische Bäder, Massagen etc.) sind in der modernen Rehabilitationsneurologie gegenüber aktiven und aktivierenden Strategien nachrangig.


Ihr Anwendungsspektrum liegt einerseits bei der Behandlung von Patienten mit orthopädischen Begleiterkrankungen: Gedacht ist vor allem an schmerzlindernde und entspannende Maßnahmen (Anwendungen von Packungen, (Narben-)Massage, hydroelektrische Bäder). Zum anderen wird auch bei neurologisch erkrankten Patienten mit orthopädischen Begleitsymptomen auf das physikalisch-medizinische Repertoire zurückgegriffen. Dies gilt besonders für Patienten, die im Zusammenhang mit einer neurologischen Erkrankung Schmerzsyndrome entwickelt haben. Kälte- und Wärmeanwendungen sowie Strombehandlungen (einschl. hydrogalvanischer Anwendungen) stehen hier zur Verfügung.


Besonders bei Patienten mit zentralen Lähmungen der oberen Extremität wird zur Prophylaxe und Behandlung einer Algodystrophie bzw. Schwellung der Hand eine Lymphdrainage-Behandlung (mit anschließender Kompressionsbehandlung) häufig erforderlich sein. Sie bildet mit ihrer die aktivierenden Therapieformen unterstützenden Funktion einen Kernbestandteil der komplex strukturierten Arm- und Handrehabilitation. Darüber hinaus ist der Wert bestimmter physikalisch-medizinischer Maßnahmen bei internistischen Erkrankungen (z.B. Inhalationen, Colonmassagen) und auch für das psychische Wohlbefinden nicht zu unterschätzen.